ADHS bei Jugendlichen

 

Die hipste Störung, die man haben kann, aber auch eine Herausforderung, damit einen guten Weg zu finden!

Als ADHS-ler:

bewegt man sich zwischen:

  • Genie und Chaos
  • Chaosprinzessin und Traumtänzer
  • hat man eine besondere Art zu sein
  • ist man anders, aber höchst sympathisch
  • hat man viele Fähigkeiten, die aber genutzt werden wollen

Warum ist es für dich wichtig dich mit ADHS zu beschäftigen?

Wenn du als Kind ADHS hattest, dann hast du eine Wahrscheinlichkeit von 50-60%, dass du im Erwachsenenalter auch noch Probleme damit hast.

Auch wenn in deiner Kindheit kein ADHS diagnostiziert wurde, aber du trotzdem betroffen bist,  dann kennst du die meisten der folgenden Probleme, nämlich dass:

.dass du auch in deiner Ausbildung Konzentrationsstörungen hast und du vergesslich bist und dir das eine Menge Ärger einbringt.

du ganz schnell ablenkbar bist und deine Gedanken immer wegspringen.

dass du immer noch Probleme hast still zu sitzen, dich ruhig zu beschäftigen und dass du Langeweile als einen Zustand empfindest , den du kaum aushalten kannst.

dass du dich schwer entspannen und abschalten kannst und ständig wie unter Strom stehst.

dass du nur schwer Zeit einschätzen kannst.

… dass du größere Schwierigkeiten damit hast dich zu organisieren, und aufzuräumen und es in deinem Zimmer etwa so aussieht:

 

…..dass du lieber Dinge machst die Spaß machen statt wichtige Aufgabe anzugehen

……dass es dir schwerfällt in die Gänge zu kommen und zu oft auf den letzten Drücker deine Aufgaben erledigst.

… dass du Schwierigkeiten damit hast angefangene Aufgaben zu Ende zu bringen .

… dass du schneller aus der Haut fahren kannst

…..dass du immer wieder Probleme damit hast deine Gefühle unter Kontrolle zu bekommen.

….dass du häufige Stimmungswechsel hast; himmelhochjauchzend zu Tode betrübt bist

…dass Freundschaften und Partnerschaften sich schwierig gestalten können

…dass du dazu neigst in deinem Leben immer wieder extreme Verhaltensweisen zu entwicklen und dass du die Welt öfter als andere nur schwarz oder weiß siehst

….dass du Risiko suchst oder auch häufiger in Unfälle verwickelt bist.

 

…du viele unvorsichtige Sachen machst, deren Konsequenzen du nicht ausreichend bedenkst.

Konsequenzen einer unerkannten ADHS können sein, dass …

….du unter deinen Möglichkeiten bleibst,

….du einen schlechteren Schulabschluss machst, als er deiner Intelligenz entspricht

….du berufliche und private Schwierigkeiten bekommst

… du ein viermal höheres Risiko hast eine Suchterkrankung zu entwickeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ADHS heißt Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Das H dabei steht für….

…..Hyperaktivität, aber die hat nicht jeder. Es gibt auch das ADS ohne H, was bedeutet, dass Betroffene eher ruhig und verträumt sind, aber auch die gleichen Konzentrations-Störungen, Stimmungsschwankungen und das gleiche Chaos haben. Sie sind aber stiller und zurück gezogener und das ADS fällt weniger auf. Sie bleiben auch auch wie die hyperaktiven ADHS-ler unter ihren Möglichkeiten.

Was ist ADHS nun?

ADHS ist zunächst erst einmal eine neurobiologische Besonderheit. d.h eine besondere Art zu sein. Nicht jedes ADHS hat einen Krankheitswert, sondern es gibt auch viele ADHS-Betroffene, die mit ihrer Symptomatik sehr erfolgreich sind. Von Bill Gates weiß man es, von dem bekannten Schwimmer Phelps, der immerhin 6 Goldmedaillen geholt hat,

Erstmals ist ADHS übrigens sehr genau im Struwwelpeter vor 150 Jahren beschrieben worden. Es ist die häufigste seelische Störung im Kindes- und Jugendalter.

 

Und ganz wichtig: ADHS hat auch viele gute Seiten!!

Menschen mit ADHS sind bunter, schillernder, ihnen fällt immer etwas ein und meist sind sie sehr originell und kreativ. Sie  haben einen großen Gerechtigkeitssinn und kommen auf Dinge, die andere weder denken noch tun würden. kurz gesagt: die Welt braucht ADHS-le, aber wenn die Stimmungsschwankungen, das Chaos und die Gefühlsausbrüche zu stark werden, dann wird es für Betroffene schwierig.

Unerkannt kann ADHS wie ein Geist durch dein Leben spuken und dir ganz ordentlich in die Suppe spucken und dir eine Menge Erfolgeklauen. Das ist traurig und schafft viele Selbstzweifel und Schuldgefühle, weil du ja meist auch selbst weißt, dass du das alles besser gekonnt hättest, wenn es dir nur eher gelungen wäre anzufangen, du einen Plan gehabt oder du deine Arbeit auch zu Ende gemacht hättest.

Es gilt diesen Geist ADHS zu erkennen und ihn zu einem guten Geist zu machen. Das bedeutet, dass es dir gelingt deine Schwächen einzugestehen und deine gute Seiten weiter auszubauen. Für deine Schwächen müsstest du dann Strategien lernen, wie man mit diesem ADHS Geist besser umgeht. Das geht dann über so langweilige Sachen wie das Erlernen von Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit und Achtsamkeit.

Du müsstest dir klar machen, dass du Regeln und gute Gewohnheiten brauchst und du müsstest lernen strenger mit dir selbst zu sein und dir nicht jede Ausrede durchgehen zu lassen. Du brauchst so etwas stinklangweiliges wie Pläne, To-do Listen, Erinnerungen in deinem Handy, denn alles was du dir nicht aufschreibst, wirst du sowieso vergessen.

Was ist die Ursache von ADHS?

Das kannst du, wenn du es ausführlich wissen willst, bei dem Button  ADHS bei Erwachsenen  auf unserer Homepage nachlesen.

Hier nur in Kürze:

ADHS ist zum größten Teil ererbt. Schaue mal, wer in eurer Familie ähnlich tickt, wie du? Meist findet man mehrere Betroffene mit unterschiedlicher Ausprägung. Es geht hier um den Botenstoff Dopamin im Gehirn,  denn genau der wird bei ADHS-lern zu schnell abgebaut und liegt deshalb in zu geringer Konzentration vor. Dopamin regelt Aufmerksamkeit, Stimmungsstabilität und Motivation und wenn man zu wenig von diesem Botenstoff hat, dann ist man dauernd abgelenkt, kommt nicht in die Gänge, ist verpeilt und man hat Schwierigkeiten die eigenen Gefühle unter Kontrolle zu bringen,

Aber es gibt noch etwas Wichtiges bei ADHS nämlich:

ADHS-ler haben keine Reizfilter. Das heisst, dass für dich jeder Reiz gleich wichtig ist und es dir ganz schwer fällt zu entscheiden, mit was du jetzt anfangen solltest  und was wirklich anbrennt. Jedes kleinste Geräusch und sei es noch so unwichtig, wie das Fallen eines Bleistiftes oder wenn jemand, den man gar nicht kennt mit Stöckelschuhen herum läuft, wird dazu führen, dass du deine Konzentration verlierst und du dich mit dem neuen Reiz beschäftigen musst. Leider merkt man es oft gar nicht, wenn man durch einen neuen Reiz abgelenkt wird und das Gehirn spazieren geht. Die Gespräche am Nachbartisch erlebst du dann genauso wichtig, wie das was deine Freundin dir gerade erzählt und du weißt gar nicht, wem du da jetzt zuhören sollst und was in diesem Moment wirklich wichtig ist. Das bedeutet oft auch, dass ADHS-ler große Schwierigkeiten damit haben gezielt zu planen und sich an ihre Vorhaben zu halten, weil sie ständig wieder durch Nebensächlichkeiten abgelenkt werden. Wir nennen das Priorisierungsschwäche. Das ist die Unfähigkeit zu erkennen, was wichtig ist und mit was man anfangen soll.

Alle Reize aus deiner Umgebung erreichen dein Gehirn, ohne dass sie gefiltert werden.  Damit hast du viel mehr Eindrücke und Reize zu verarbeiten, als andere. So kennst du das wahrscheinlich auch gut, dass wenn viel um dich herum ist, du ganz schnell angespannt und gestresst bist, weil du dann gar nicht mehr weißt, was du als nächstes machen sollst und dir alles zu viel wird .

Und du reagierst auch oft völlig überschießend auf die Situationen, die dir passieren. Du kannst superschnell wütend werden oder gekränkt sein und im nächsten Moment wieder allerbeste Laune haben.  Das Gefühlsleben der ADHS-ler gleicht  oft einer Achterbahn. ADHS-ler sind viel schnelle ausgerenkt und reagieren über. Da macht jemand eine blöde Bemerkung und schon fühlst du dich angegriffen oder gekränkt. Da stört dich die Fliege an der Wand oder du musst warten und schon könntest du ausflippen. Aber alles ist dann ganz schnell vergessen, wenn dir jemand eine gute Idee erzählt von der du spontan begeistert bist.

Und man könnte sagen, dass ADHS-lern eine Handbremse fehlt um sich selbst zu steuern und zurück zu nehmen.

Was kann man nun tun, wenn man von ADHS betroffen ist?

Wichtig ist erst einmal die Diagnose von einem Facharzt stellen zu lassen. Dazu sind umfangreiche Untersuchungen und Tests notwendig.

Es gibt die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung mit Mittel wie Ritalin, die leider oft von der Presse sehr schlecht beschrieben werden.

Das muss im Einzelfall entschieden werden. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass  das Medikament Methylphenidat ( besser bekannt unter Ritalin) Betroffenen sehr helfen kann.

Oft sind ADHS-ler dann erst in der Lage von Psychotherapie und Konzentrationstrainings zu profitieren. Was diese Medikation machen kann, ist dir zu einem klareren Kopf und einem dickerem Fell zu verhelfen. Das bedeutet, dass du dich besser konzentrieren kannst und weniger ablenkbar bist und gleichzeitig , dass es dir gelingt gelassener zu sein und angemessener zu handeln, ohne dauern ausflippen zu müssen. Wichtig ist es natürlich auch genau die Probleme der ADHS erklärt zu bekommen und Strategien zu lernen, dass du selbst damit besser umgehen kannst. Verhaltenstherapie kann dir hier weiter helfen. Hilfreich können auch Selbsthilfegruppen sein, die es bei

ADHS-deutschland.de für deine Altersgruppe gibt und mit der du in Kontakt treten und mit anderen Erfahrungen austauschen kannst. Dein behandelnde Arzt macht dir individuelle Vorschläge, was für tun kannst, wenn du von ADHS betroffen bist.

Eventuell ist das ADHS schon in der Kindheit behandelt worden. Viele Jugendliche wollen dann in der Pubertät keine Medikamente mehr nehmen. Das solltest du ggf. bedenken, denn genau in dieser Zeit werden wichtige Weichen in deinem Leben gestellt. Wenn du auf Grund deiner Motivationsprobleme und Konzentrationsstörung deutlich unter deinen Möglichkeiten bleibst, so kannst du für dein ganzes weiteres Leben deutlich ins Abseits rutschen und dein Leben ist dann nur schwer in den Griff zu bekommen.  Medikation wirkt oft wie eine physikalische Brille, mit der man für die Dauer der Wirkung sehr viel besser sehen kann. Und dann fällt alles leichter: sich zu konzentrieren, in die Gänge kommen, entscheiden was wichtig ist, ausgeglichener sein usw. Auch lernen und einen Stoff behalten, fällt dann deutlich leichter. Zumindest für die Zeit der Schule und Ausbildung kann Medikation sehr nützlich sein.

Was jeder Facharzt tun sollte ist mit dir eine erneute ausführliche Diagnostik zu machen, dir deine Probleme erklären und dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der ADHS  aufzeigen. Dann kannst du selbst entscheiden………


BESONDERE BUCH-EMPFEHLUNG:


MY ADHS.COM

von Adam Alfred, Stefanie Eiden, Klaus Werner Heuschen, Astrid Neuy-Bartmann

Broschiert, 204 Seiten
1. Auflage
ISBN: 978-3-9813333-0-5
22 x 17 cm
Preis € 22,95

ADHS tritt nicht nur im Kindes- und Jugendalter auf, sondern zieht sich häufig wie ein roter Faden durch das Leben von Betroffenen. Im Jugendlichen- und Erwachsenenalter können sich die Symptome wandeln und werden dann oft nicht mehr der ADHS zugeordnet. Unerkannt kann ADHS dann aber wie ein Geist sein und durchs Leben spuken und dort Ursache für Misserfolge, Beziehungskonflikte und Organisationsprobleme sein. ADHS ist zunächst eine besondere Art zu sein mit vielen Stärken, aber auch Schattenseiten. Für jeden Betroffenen ist es wichtig, ADHS und deren Auswirkungen gut zu kennen, um Strategien im Leben zu entwickeln, die Stärken der ADHS zu nutzen und die Schwachpunkte auszugleichen. Es geht darum die ADHS zu einem guten Geist zu machen und einen eigenen guten Weg für diese besondere Art zu sein zu finden. Wir haben das Buch für die Altersgruppe 14 Jahre bis Mitte 20 geschrieben und dabei besonders darauf geachtet das Buch kurz, gut verständlich und mit viel Humor zu schreiben und mit vielen praktische Tipps für den Alltag zu versehen.

Wir schicken Ihnen das Buch gerne portofrei direkt zu. Bitte senden Sie und eine Mail an astrid@neuy.de