Diagnostik bei Erwachsenen

Die Diagnose ADHS setzt voraus, dass ihr behandelnder Arzt oder Psychologe das Krankheitsbild kennt und damit Erfahrung hat. Sie sind nicht gut bei einem Kollegen aufgehoben, wenn dieser behauptet, dass ADHS eine Modeerkrankung oder eine Erfindung der Phamaindustrie sei:

Wir verweisen hier auf die Leitlinien der Bundesärztekammer, wo in den oberstes Gremien der Fachärzte und Universitäten Standards für ein bestimmtes Krankheitsbild erarbeitet werden, die bindend für Ärzte bezüglich Diagnostik und Therapie sind.

Leitlinien ADHS, Bundesärztekammer, DGPPN (PDF) LINK FEHLT

Die Diagnostik für ADHS ist eine Puzzlediagnostik. Es gibt keinen Laborwert und kein bildgebendes Verfahren, was die Diagnose zweifelsfrei sichert. Deshalb muss, wie bei jeder anderen psychischen Erkrankung auch, eine umfangreiche Krankheitsgeschichte erhoben werden. ADHS im Erwachsenenalter darf dabei nur diagnostiziert werden, wenn sich das ADHS auch in der Kindheit des Betroffenen nachweisen lässt. Dies erfolgt zum einem durch eine genaue Befragung des Betroffenen, wie auch durch Anschauen der Schulzeuginsse und Befragung der damaligen Bezugspersonen, soweit diese hierüber noch Auskunft erteilen können. Weiterhin wird nach den aktuellen Symptomen der ADHS und dem Ausmaß und der Beeinträchtigung durch diese im Leben der Betroffenen gefragt.

Es ist wichtig auch die Begleiterkrankungen zu erfassen, die häufig ebenfalls vorhanden sind wie: Depressionen, Ängste, Suchtentwicklungen. Auch hier können Tests hilfreich sein. Wichtig ist dabei, dass kein Test beweisend ist, sondern immer nur Hinweise gibt. Spezielle Konzentrationstests können auch sehr aussagefähig sein.